Kommunikation
Neugier auf die anderen Menschen....
Lust auf transparentes Gespräch
Wer ist mein Gegenüber? Kann er mich verstehen? Kann ich ihn verstehen? Wollen wir das überhaupt, uns verstehen? Können wir das, uns zuhören? Können wir zuhören, ohne Gewalt zu hören, und ohne Gewalt antworten?
Die meisten von uns sind eine gänzlich andere Kommunikation gewöhnt, nämlich eine, die vor allem auf Durchsetzungsvermögen, Überzeugungskraft oder Gehorchen basiert. Hier hingegen geht es um einen einfühlenden und mitfühlenden Umgang miteinander. Erst der ermöglicht uns wirkliches Verstehen und effektive Zusammenarbeit.
Gelungenes Qualitätsmanagement ist zuerst das Ergebnis von gelungener Kommunikation. Der "kontinuierliche Verbesserungsprozess" setzt Kommunikation aller Beteiligten und aller Betroffenen voraus. Kommunikation gelingt nicht unter Druck und kann kaum gelingen, wenn gesucht wird nach "Fehlern". Die vertrauensvolle Kommunikation läßt "Fehler" als Chancen im kontinuierliche Verbesserungsprozess erkennen.
Gelungene Kommunikation ist keine Kunst - sie ist Handwerk, sie läßt sich lernen, üben, leben. Noch mehr Möglichkeit öffnet eine gewaltfreie Kommunikation (Marshall B. Rosenberg). Mit Rosenberg können wir unsere Kommunikation dahingehend verändern, dass aus unseren gewohnheitsmäßigen, automatischen Reaktionen bewusste Antworten werden. Wir erlernen Bewertungen bewußt wahrzunehmen, sie verändern zu können, ebenso wie Gefühle zu spüren, sie anzunehmen und daraus zu erkennen, was wir brauchen.
Jedoch läßt sich das nicht als Methode den alten Gewohnheiten von Verhalten überstülpen. Gelungene Kommunikation zu lernen, zu üben wird auch immer ein Stück weit zur Selbsterfahrung. Die Neugier auf andere Menschen, die betrifft zuerst mich selbst als die Person, als die ich mich im Moment hörend und sprechend erlebe. Für manche mag das zu Beginn beunruhigend klingen - für alle ist es am Schluß Gewinn. "Worte können Fenster oder Mauern sein" - Es geht nicht darum, wie wir schlagfertiger werden und rhetorische Kniffe wirkungsvoll anwenden können.
Ein ganz anderer Blickwinkel in unserem Zusammenhang ist die Vorbeugung gegen das Burnout-Syndrom. Es gibt zwei Gruppen von Burnout-Gefährdeten. Das sind erstens die Menschen, die hohe Verausgabungsbereitschaft und Überidentifikation mit dem Beruf mitbringen, ein typisches Merkmal von ÄrztInnen und ihren MitarbeiterInnen. Die andere Gruppe will dies zwar nicht, wird aber aufgrund von Veränderungen im Arbeitsumfeld dazu gebracht. Z.B. durch steigende Anforderungen, Leistungsverdichtung, die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes, nicht zuletzt durch das Propagieren eines Bildes vom Arbeitnehmer, der unbegrenzt belastbar, flexibel und leistungsbereit ist. Die Gefährdung wächst grundsätzlich mit dem Grad der Fremdbestimmtheit und der Beschränkung des Mitwirkungsspielraums.
Besonders gefährdet, seit langem und vielfach untersucht, sind die Gruppen von Helferberufen; also gilt das für das ganze Team einer Praxis. Auch deswegen fixiert die GBA-Qm-RiLi in § 2 als eines der Ziele eines einrichtungsinternen Qualitätsmanagements: Es "soll die Arbeitszufriedenheit der Praxisleitung und -mitarbeiter erhöhen". So gefragt: Was hält die Menschen gesund und zufrieden? Das sind vorallem drei Komponenten: Das Gefühl der Verstehbarkeit bzw. Transparenz, das Gefühl der Machbarkeit und das Gefühl der Sinnhaftigkeit. Gefühle können nicht organisiert werden. Das geht nur durch eine vertauensvolle Kommunikation zwischen allen Beteiligten.
Ich berate Sie, als Praxis-Team oder als Teilnehmer/in meiner Seminare, wie Sie die ersten Schritte zu anderer Kommunikation gewinnbringend in Ihren Alltag einfügen können.
Rufen Sie mich gerne an: 0431 313906