Diestel-Praxismanagement


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Lust auf Zusammenarbeit

Qualitätsmanagement

Lust auf transparente Arbeitsabläufe

Die Welt entsteht im Kopf eines jeden Einzelnen. Wie können wir uns unterstützen "im Chor zu denken"? Einzelkämpfer haben es schwer - gemeinsam geht es leichter. Das gilt nicht nur für das Team einer Praxis sondern auch für die Praxen untereinander. Ein Hilfsmittel zum Vergleich der Praxen ist das Instrument der Zertifizierung, zum Verbinden des Wissens der Einzelnen ist es die Dokumentation in einem Wiki.

Besonders gut geht es, wenn Sie Ihre Dokumentation in einem Wiki vereinen, dass von jeder und jedem jederzeit schnell abrufbar ist. Hierbei es ist möglich, dass alle Vorgänge, Arbeitsanweisungen, Protokolle sofort einsehbar sind und nicht mehr gebunden sind an die Struktur im Kopf eines Einzelnen. Nach wie vor sind eine oder mehrere MitarbeiterInnen zuständig für die Erstellung von Dokumenten usw., doch egal in welcher Weise Sie es strukturieren, FINDEN können es jetzt ALLE und zwar SOFORT.

Es gebe inzwischen etwa 200 Zertifizierungssysteme in Deutschland, hörte ich von einer Insiderin. Es gibt große, generalistische wie die ISO 9000:2008. Und es gibt große, speziell für den Gesundheitsbereich entwickelte wie KTQ, QEP, EPA, EFQM sowie die ungezählten kleinen Zertifizierungssysteme von Pharmafirmen oder kleinen Ärztegruppen. Allen gemeinsam ist, dass sie, allein um des Zertifizierungsziels willen, aus dem weiten Feld von Erfordernissen für QM jeweils einige, den einen mehr oder anderen weniger einleuchtende, jedoch letzlich beliebige Ausschnitte festschreiben müssen.

Einen anderen Weg geht der Gemeinsame Bundesausschuss mit der "Qualitätsmanagement-Richtlinie vertragsärztliche Versorgung" sowie der "Qualitätsmanagement-Richtlinie
vertragszahnärztliche Versorgung"
. Die trat ein Jahr später in Kraft, ist aber inhaltlich gleich und etwas schlanker formuliert. In dieser website beziehe ich mich bei Zitaten nur auch die Erstere, auch wenn es sich zum besseren Verständnis wohl lohnt, beide nebeneinander zu lesen. Insbesondere definieren beide "Qualitätsmanagement", seine "Grundelemente" und die auf diese anzuwendenden "Instrumente".

Für die Vertragsärzte legt sie, seit dem 1. Januar 2006 erstmals in rechtlich verbindlicher Form, in ihren Paragraphen 2 bis 6 den sachlichen und den zeitlichen Rahmen fest für die Einführung und die kontinuierliche Weiterentwicklung eines einrichtungsinternen Qualitätsmanagements. In diesem Rahmen entscheiden und bestimmen
Sie, welche Schritte von QM Sie zu welchem Zeitpunkt und wie tief bearbeiten möchten.

GBA-Qm-RiLi zeigt einen guten und selbst für kleinste Praxen realistischen Weg dahin. So fixiert sie in § 2 die Ziele eines einrichtungsinternen Qualitätsmanagements:

  • Es dient der kontinuierlichen Sicherung und Verbesserung der Qualität der medizinischen und psychotherapeutischen Versorgung.
  • Es erfordert bei allen Aktivitäten eine systematische Patientenorientierung.
  • Es soll die Arbeitszufriedenheit der Praxisleitung und -mitarbeiter erhöhen.
  • Es ist Aufgabe aller Praxismitarbeiter und ist von der Praxisleitung in eine an konkreten Zielen ausgerichtete Praxispolitik und -kultur einzubetten.
  • Es identifiziert relevante Abläufe. Deren systematische Darlegung und dadurch hergestellte Transparenz läßt Risiken erkennen und Probleme vermeiden.
  • Es ermöglicht die Objektivierung und Messung von Ergebnissen der medizinischen und psychotherapeutischen Versorgung.
  • Es zielt darauf ab, alle an der Versorgung Beteiligten angemessen einzubeziehen.
  • Es setzt strukturierte Kooperation an den Nahtstellen der Versorgung voraus.


Das bedeutet:
Wenn Beeinträchtungen zu erwarten sind für die Sicherheit und Leichtigkeit Patientenversorgung
oder
von Abläufen bei Praxisführung/ Mitarbeitern/ Organisation,
die zum Beispiel

  • risikorelevant
  • ökonomisch relevant
  • servicerelevant
  • qualitätsrelevant
  • zufriedenheitsrelevant
  • kooperationsrelevant

werden könnten,
dann liefert das Gitter der GBA-QM-RiLi nun erstmals den sicheren rechtlichen Rahmen
der Grundelemente und Instrumente
für die
Einührung eines Qualitätsmanagements,
für eine periodische
Selbstbewertung der Praxis und
für die fortlaufenden
QM-Weiterentwicklung
sowie ab 1. Januar 2006 einen realistischen zeitlichen Rahmen.

Ich berate Sie, als Praxis oder als Teilnehmer/in meiner Seminare, wie Sie diese ersten sechs Paragraphen der GBA-QM-RiLi gewinnbringend für Ihren Alltag lesen und leben können.

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