Qualitätsmanagement
Bekanntmachung eines Beschlusses des Gemeinsamen Bundesausschusses über eine Qualitätsmanagement-Richtlinie vertragsärztliche Versorgung 18. Oktober 2005
veröffentlicht im Bundesanzeiger Nr. 248 (S. 17329 ) vom 31. Dezember 2005 Kraft getreten am 1. Januar 2006
GBA-QM-Richtlinie < Bekanntmachungstext> legt in ihren Paragraphen 2 bis 6 den sachlichen und den zeitlichen Rahmen fest für die Einführung und die kontinuierliche Weiterentwicklung eines einrichtungsinternen Qualitätsmanagements. Mit dem Inhalt dieser fünf Paragraphen sollten Sie sich zu Anfang vertraut machen.
Schon der §1 Zweck legt Ihnen nahe, Ihr QM in einem sinnvollen Verhältnis des Aufwands zu den Gegebenheiten Ihrer Praxis zu planen. Der §2 Ziele stellt Ziele dar, die, bewußt vom Praxis-Inhaber für seine Verhältnisse selbst formuliert, sogar für eine kleine Praxis von Nutzen sind. Im §3 Grundelemente und §4 Instrumente wird die für unsere Praxiszwecke teilweise Beliebigkeit der bekannten QM-Systeme, wie z.B. ISO, KTQ, QEP, die eigentlich nur im Hinblick auf eine einheitliche Zertifizierbarkeit im jeweiligen System notwendig ist, reduziert auf einen sachlich und jetzt sogar rechtlich fixierten Rahmen. Der §6 Einführung und Weiterentwicklung konkretisiert den §5 Zeitrahmen in drei Phasen der Durchführung. - Und §6 bedeutet auch, wie KBV-Chef Dr. Andreas Köhler darauf hin wies, dass alle niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten bis Ende 2009 ein QM eingeführt haben müssen
Grundidee für eine "Veränderung durch QM" ist der PDCA-Zyklus (nach Deming) oder der "kontinuierliche Verbesserungsprozess".
ein Beispiel für diesen Zyklus:
Und so ist es Ihnen in einem sinnvollen Verhältnis des Aufwands zu den Gegebenheiten Ihrer Praxis durch QM jederzeit möglich, in Ihrer Praxis gezielte Veränderungen durchzuführen, deren Wirkungen auf die Praxis-Abläufe zu überprüfen und so fortschreitend die kontinuierliche Sicherung und Verbesserung der Qualität Ihrer Praxis zu gestalten.
Nachdem Sie sich entschieden haben, mit QM zu arbeiten, machen Sie sich mit einigen Standardschritten vertraut. Auch dabei brauchen Sie nur die Richlinie anzuwenden.
Zuerst setzen Sie den Rahmen für Ihr Praxis-QM:
Die Praxisleitung legt für sich die Praxisziele fest und formuliert eine an diesen konkreten Zielen ausgerichtete Praxispolitik und -kultur. Die sind verbindlich für Sie, das Team und für alles Folgende. Es ist die Seite 1 in Ihrem QM-Handbuch.
Ab nun sind Praxisleitung und Team gemeinsam am Zuge.
Entscheiden Sie sich gemeinsam, unter diesen Zielen mit dem zu beginnen, was Ihnen allen am meisten Spaß macht und was bereits erkennbar eine Arbeitserleichterung bringen könnte.
Das könnte z.B. die Festlegung von regelmäßigen Teamsitzungen sein, das Erstellen von bestimmten Checklisten oder Arbeitsanweisungen. Oder ist es die Organisation des Notfalls in Ihrer Praxis?
Nachdem Sie sich für ein gemeinsam gesetztes Ziel entschieden haben, stecken Sie den zeitlichen Rahmen fest für das Erreichen dieses Ziels. Das werden Sie auch gemeinsam und mit Verteilung der Aufgaben festlegen: "Wer macht was bis wann und wie". So entsteht nebenbei eine gewachsene Reihenfolge in der Ziele-Liste.
Daür müssen Sie sich nicht ein teures QM-Handbuch kaufen. Ihr QM-Handbuch wächst organisch und wandelt sich mit dem Leben der Praxis. Je nach Größe Ihrer Praxis oder der QM-Aufgaben dafür empfiehlt es sich, eine Person als "QM-Beauftragte/n" einzusetzen.
Jetzt haben Sie schon drei entscheidende Schritte im QM getan. Der nächste ist, den bisherigen Ablauf zur Erreichung dieses einen gemeinsam gesetzten Ziels zu skizzieren (Ist-Zustand aufnehmen). Und wenn Sie bei allen Punkten der Ziele-Liste so vorgehen, erstellen Sie sich nach und nach eine Dokumentation des Ist-Zustands Ihrer Praxis. Die neuen Entscheidungen über den Soll-Zustand können Sie später bewerten anhand der folgenden Dokumentation der Veränderungen als den kontinuierlichen Verbesserungsprozess und weiter nutzen für eine periodische Selbstbewertung der Praxis und für die fortlaufenden QM-Weiterentwicklung - das ist Ihr QM-Handbuch.
In einem Rückkopplungsprozess werden Sie dabei die Ziele und die an diesen konkreten Zielen ausgerichtete Praxispolitik und –kultur den Veränderungen Ihrer Praxis anpassen.
Sie könnten sich auch einen Projektplan für das nächste Jahr erstellen, wo Sie Monat für Monat einen Punkt nach dem anderen erarbeiten. Dabei hat der Aufwand in einem angemessenen Verhältnis, insbesondere in Bezug auf die personelle und strukturelle Ausstattung Ihrer Praxis, zu stehen. Deshalb denken Sie auch dabei immer an das 80/20-Prinzip:
80% des Erfolgs erfordern nur 20% des Aufwands
– Soviel wie nötig, so wenig wie möglich –
Es liegt ganz frei in Ihrer Hand, welchen Themen Sie sich zuerst zuwenden.
Ist Ihnen die Regelung der Verantwortlichkeiten in Ihrer Praxis ein wichtiges Ziel?
Oder liegt Ihnen zuerst daran, die Terminplanung auf neue Füße zu stellen?
Wichtig ist jedoch, dass Sie bei jedem Ihrer Vorhaben sich der Ressourcen aller Ihrer MitarbeiterInnen bewußt sind. Arbeiten Sie die Veränderungen gemeinsam in Teamsitzungen aus bzw. besprechen Sie das Erarbeitete in solchen ausdrücklich dafür anberaumten Besprechungen.
Die vertrauensvolle Kommunikation spielt beim QM eine sehr große Rolle. Bei allen Schritten des QM in Ihrer Praxis ist das Austauschen von Wissen aller Beteiligten und Betroffenen über bisheriges Handeln und das gemeinsame Erarbeiten neuer Wege nur in ständiger Kommunikation sinnvoll, ertragreich und dauerhaft wirksam. Erst wenn allen klar ist, wie bisher etwas gemacht wurde und warum (Dokumentation des Istzustands), können sich alle auf einen neuen Weg begeben und eine Veränderung mit mehr Sicherheit und Transparenz erfahren.
Sie haben mit dem Durcharbeiten der Richtlinie vielfältige Möglichkeiten, sich mit allen angegebenen Instrumenten den jeweiligen Grundelementen zu nähern (vgl. Darstellungen in einer Mindmap, zusammengefasst in Matrix). Diese fortlaufende Annäherung erzeugt bei allen Beteiligten eine neue Erfahrung von Arbeitszufriedenheit und Effizienz sowie, nicht zuletzt, auch die von der GBA-QM-Richtlinie geforderte kontinuierliche Sicherung und Verbesserung der Qualität.
Sie entscheiden und bestimmen im RiLi-Rahmen § 6 Einführung und Weiterentwicklung, welche Grundelemente Sie mit welchen Instrumenten und zu welchem Zeitpunkt und wie tief bearbeiten möchten.
Je mehr Sie sich darin bewegen und in dieser Struktur gemeinsam arbeiten, desto deutlicher wird Ihnen werden, wieviele QM-Ansätze in Ihrer Praxis bereits vorhanden sind. Sie werden bemerken, wieviel mehr an Transparenz und Sicherheit für alle wesentlichen Abläufe Sie und Ihre MitarbeiterInnen bekommen durch Ihren alltäglichen Umgang mit der kontinuierlichen Sicherung und Verbesserung der Qualität.
Sie haben alle Entscheidungen für Ihre Praxis zu jeder Zeit in Hand.
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